Steuererklärung: Sind die Zulagen, die ein Polizist erhält, steuerfrei?

Zulagen für Polizisten sind unter bestimmten Umständen steuerfrei. Je nachdem, ob es sich um pauschale Zuschläge oder um ein zweckgebundenes Entgelt handelt, gelten unterschiedliche Regelungen.

Lohnzulagen sind grundsätzlich steuerpflichtig

Unabhängig davon, ob jemand Beamter bei der Bundespolizei bzw. Soldat oder Angestellter ist, Lohnzulagen sind in jedem Fall in der Steuererklärung zu vermerken. Wenn Erschwerniszuschläge, Gefahrenzulagen oder auch Nachtzuschläge ausgezahlt werden, müssen diese wie gehabt versteuert werden. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Zuschläge einmal oder aufgrund vertraglicher Vereinbarungen in regelmäßigen Abständen gezahlt werden.
Aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht gehören diese sogenannten SFN-Zuschläge zum Arbeitsentgelt. Übersteigt das Arbeitsentgelt, auf dessen Grundlage die Zuschläge berechnet werden, 25 Euro pro Stunde, ist der Bezug in jedem Fall neu zu berechnen. Übersteigt der Grundlohn die 25 Euro, kann der Zuschlag weiterhin steuerfrei sein. Beiträge für Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung müssen aber weiterhin gezahlt werden. Bei Nachtzuschlägen gelten andere Regelungen.

Nachtzuschläge steuerfrei: Das musst du wissen

Nachtzuschläge für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen sind in vielen Branchen Standard. Das Finanzamt greift zumeist nicht in den Mehrverdienst ein, insofern der Arbeitnehmer die Zuschläge korrekt angibt und die gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt. Erst wenn eine bestimmte Summe überschritten wird, verlangt die Behörde Abgaben zu Sozialversicherung und Steuer. Das gilt auch für Beamte der Polizei sowie Soldaten im Dienst zu wechselnden Zeiten. Wer im Monat mehr als fünf Stunden Nachtdienst leistet, ist bei den Zulagen von der Steuer befreit. Das wird durch ein Urteil aus dem Jahr 2011 unterstrichen.
Der Bundesfinanzhof widerspricht diesem Urteil jedoch. Nach Ansicht des Bundesfinanzhofs müssen Zulagen für wechselnde Dienste wie gehabt versteuert werden. Die Steuerbefreiung ist deshalb nicht möglich, da ein Zuschlag alleine zur Vergütung der Wechseldiensterschwernisse generell nicht von der Steuer befreit ist.

Davon ausgenommen sind Zulagen für andere Erschwernisse, wie ein BFH-Urteil vom 15.01.2011 bestätigt. Bei der Zulage handelt es sich im Allgemeinen um einen finanziellen Ausgleich, da Beamte im wechselnden Diensten mitunter einer höheren Belastung ausgesetzt sind, der durch Zuschläge und andere Entgelte entsprechend vergütet werden soll.
Der Zuschlag muss zweckbestimmt sein, damit eine Steuerbefreiung möglich ist. Von der Steuer befreit ist, wer den zusätzlich zum Grundlohn ausgezahlten Zuschlag explizit für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit erhält.

Zuschläge für Nachtdienststunden

Zuschläge für Nachtdienststunden sind unter bestimmten Umständen ebenfalls von der Steuer absetzbar. Als Nachtdienststunde gilt der Zeitraum zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Die Zulagen müssen für Arbeit in diesem Zeitraum gewährt werden, damit ein Steuererlass möglich ist. Für Arbeit an Sonn- und Feiertagen gelten mitunter andere Regelungen, die von Branche zu Branche variieren können. Beamte können Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit wie gehabt von der Steuer absetzen. Hierfür müssen die Zuschläge dokumentiert und die Belege der Steuererklärung als Kopien beigelegt werden. Voraussetzung ist auch, dass es sich objektiv um einen Zuschlag für die Arbeit nachts und an Sonn- oder Feiertagen handelt. Hierfür sind wiederum detaillierte Informationen in der Steuererklärung vonnöten. Im Zweifelsfall sollten die Zuschläge zur Korrektur der Buchhaltung übergeben werden. Dadurch ist sichergestellt, dass die Zuschläge richtig berechnet wurden und alle notwendigen Informationen enthalten, um den Fiskus zufriedenzustellen.

Nicht steuerfrei sind unter Umständen auch Zulagen, die im Rahmen der beruflichen Tätigkeit für sonstige Erschwernisse angefallen sind. Dazu gehören unter anderem auch pauschale Zuschläge. Diese müssen zunächst an die tatsächlichen Dienstzeiten angeglichen werden. Eine Anpassung der Pauschal-Zuschläge ist zwingend erforderlich, wenn als Polizist ein Zuschlag geltend gemacht werden soll.

Pauschal-Zuschläge: Anpassung erforderlich

Pauschal gezahlte Zuschläge sind nur dann steuerfrei, wenn sie mit dem tatsächlichen Dienst übereinstimmen. Es ist demnach erforderlich, die Zuschläge vor der Erstellung der Lohnsteuerbescheinigung zu prüfen und anzupassen. Die korrigierten Zuschläge müssen jeweils zum Ende des Kalenderjahres eingereicht werden. Alternativ ist eine Einreichung erforderlich, wenn der Arbeitnehmer das berufliche Verhältnis beendet.

Fazit: Zulagen für Polizisten sind nicht immer steuerfrei

Sind Zulagen für Polizisten steuerfrei? Diese Frage lässt sich nicht abschließend beantworten. Ob die Zulagen für Beamte der Bundespolizei und Soldaten steuerfrei sind, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Art der Zuschläge und der Regelmäßigkeit der Zahlungen ab. Pauschale Zuschläge müssen in der Steuererklärung mit zusätzlichen Informationen notiert werden. Nur wenn sie mit dem geleisteten Dienst übereinstimmen, ist eine Steuerbefreiung möglich. Für Nachtzuschläge gelten wiederum andere Regelungen, die durch zukünftige Urteile unter Umständen neu ausgelegt werden müssen. Eine Rückfrage beim Finanzamt gibt im Zweifelsfall Aufschluss über die steuerrechtliche Lage.

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